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Die chinesische
Medizin ist ein in sich geschlossenes System aus Diagnostik und
verschiedenen therapeutischen Maßnahmen.
Grundlage der chinesischen Diagnostik sind theoretische, aus
Naturbeobachtungen gewonnene, energetische Funktions- und
Reaktionsmodelle, die ein quasi "anatomisches" und "physiologisches"
Gerüst bilden.
Diese Modelle erklären sowohl die Funktionen des Körpers als
auch Krankheitsentstehung, Krankheitsverlauf und die Zusammenhänge
zwischen verschiedenen Symptomen. Die theoretischen Modelle der
chinesischen Medizin unterscheiden sich ganz wesentlich von den
westlichen Erklärungsmodellen der Anatomie, Physiologie und der
Biochemie.
Yin und Yang verkörpern Gegensätze wie hell und dunkel, warm und kalt, oben und unten usw.
Alles in der Natur unterliegt einem Wandel, der sich zwischen solchen Gegensätzen bewegt.
Kein Zustand ist ohne die Existenz des Gegenteils denkbar.
Wärme braucht die Existenz von Kälte, Heiterkeit macht nur
Sinn, wenn es auch Trauer gibt, Gesundheit können wir nur
wahrnehmen, weil wir auch wissen, wie sich Krankheit anfühlt...

Bedeutsam für die Medizin
ist neben den philosophischen Aspekten zum einen, daß auch der
Körper mit seinen Funktionen sich in einem ständigen Wandel
zwischen Polen befindet, z.B. im Wach- Schlafrhythmus, in hormonellen
Zyklen...
Zum anderen lassen sich im Körper Yin Aspekte (struktives,
formgebendes) und Yang Aspekte (dynamisches, aktives) unterscheiden.
Beide Aspekte sollten stets ausgeglichen sein, überwiegt eines,
führt das Ungleichgewicht über kurz oder lang zu Krankheit.
Ein Yin Mangel beispielsweise kann sich in Schlafstörungen (Schlaf
ð Yin) und Erschöpfung, aber durch das relative
Überwiegen des Yang auch in Unruhe und Bluthochdruck
äußern.
Um in der Natur beobachtete
Phänomene und Abläufe genauer und differenzierter beschreiben
zu können, entwickelten die Chinesen das Modell der 5 Elemente.
Die 5 Elemente dienen der Kategorisierung von Zuständen und der
Erklärung zyklischer, natürlicher Vorgänge, z.B.
Jahreszeiten, klimatische Phänomene, Farben, Geschmäcker,
Organe usw.
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Holz
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Feuer
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Erde
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Metall
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Wasser
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zunehmendes
Yang
Frühling
Wind
grün
sauer
Leber
Gallenblase
Auge
Wut
Sehnen
Bänder
Nägel
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Yang
Sommer
Hitze
rot
bitter
Herz
Pericard
Dünndarm,
3 Erwärmer
Zunge
Freude
Blut
Gefäße
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Mitte
Spätsommer
Feuchtigkeit
gelb
süß
Milz
Magen
Mund
Grübeln
Muskulatur
Fett,
Bindegewebe
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zunehmendes
Yin
Herbst
Trockenheit
weiß
scharf
Lunge
Dickdarm
Nase
Trauer
Haut
Haare
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Yin
Winter
Kälte
schwarz
salzig
Niere
Blase
Ohr
Angst
Knochen
Zähne
Nerven
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Jedes Element
charakterisiert einen bestimmten energetischen Zustand in der Natur
bzw. im menschlichen Körper. Die Reihenfolge der 5 Elemente ergibt
einen Zyklus, der den Ablauf bzw. die Entwicklung natürlicher
Vorgänge beschreibt.
Der Hervorbringungszyklus (Mutter-Sohn Zyklus) verdeutlicht den
regulären, natürlichen Ablauf von Veränderungen in der
Natur und im menschlichen Körper.
Ein Element erzeugt und ernährt das nächste.
Jedes Element ist Ernährer (Mutter) und zugleich Ernährter (Sohn).
Wasser nährt Holz, Holz nährt Feuer, Feuer nährt Erde...
Ist die Mutter zu schwach, kann der Sohn nicht ausreichend ernährt
werden, die Erkrankung schreitet in der Hervorbringungsreihenfolge
fort. Dementsprechend läßt sich die Leere eines Elements,
bzw. dessen Organe, durch die Stärkung des vorherigen Elements
(Mutter) behandeln, eine Fülle eines Elements, bzw. dessen Organe
wird durch Stärkung des folgenden Elements (Sohn) behandelt.
Der Kontrollzyklus
(Großmutter-Enkel Zyklus) beschreibt einen weiteren Zyklus
gegenseitiger Beeinflussung, wobei jeweils ein Element
übersprungen wird.
Die Leere eines Elements kann die Fülle des übernächsten (Enkel) bewirken...
Das Modell der 5 Elemente stellt Symptome in einen funktionellen
Zusammenhang und liefert durch Stärkung des natürlichen
Rhythmus konkrete Therapiemöglichkeiten.

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